Die einzelnen Gruppen der Säuger


Die Theria (Haartiere, griech. Theros = Haar) oder Mammalia Säugetiere werden in 3 Unterklassen gegliedert:

Klasse: Theria = Mammalia = Säugetiere

  • U.-Klasse Prototheria
  • U.-Klasse Metatheria
  • U.-Klasse Eutheria

Besonders ursprünglich und den Reptilien noch relativ nahestehend sind die Prototheria. Sie werden auch als Ovipara bezeichnet, da sie noch eierlegend sind und eine Kloake (Monotremata, Kloakentiere) als Ausscheidungsöffnung besitzen, ähnlich wie die Reptilien. Reste dieser einstmals weltweit verbreiteten Unterklasse der Säuger haben sich auf dem australischen Kontinent erhalten. Dieser Kontinent wurde sehr frühzeitig im Trias vom Gondwana-Kontinent getrennt, als die Höheren Säuger noch nicht entwickelt waren. Die Prototheria konnten in dieser Region als lebende Fossilien überleben, da sie dort von den weiter entwickelten Höheren Säugetieren nicht durch Konkurrenz verdrängt wurden. In Australien und Neuseeland leben heute noch endemisch zahlreiche »lebende Fossilien" auch aus anderen Tierklassen wie z.B. den Reptilien (Brückenechse) oder den Vögeln (Eulenpapagei). Zur Unterklasse der Prototheria zählen das Schnabeltier und der Schnabeligel.

Auch die Vertreter der zweiten Unterklasse, die Metatheria waren einstmals im Tertiär z.T. mit Riesenformen weltweit verbreitet. Sie werden auch als Marsupialia (Marsupium = Brutbeutel) oder Didelphier (= zweischeidige) wegen der getrennten Ausführung der beiden Eileiter bezeichnet. Beuteltiere sind heute ebenfalls nur noch in der australischen Region und darüber hinaus auch in Südamerika zu finden. Der südamerikanische Kontinent war nur zeitweise über eine Landbrücke mit der nordamerikanischen Landmasse verbunden. Somit war die Fauna in Südamerika nicht dem vollen Konkurrenzdruck der überlegenen Höheren Säuger ausgesetzt, die sich auf dem riesigen paläarktischen Kontinent (Nordamerika + Europa + Asien) relativ spät entwickelten. Insofern war die ursprüngliche Säugetierfauna, zu der die Beuteltiere zählen, in Südamerika zumindest zeitweise isoliert und geschützt.

  • Zumindest eine Beuteltierart ist allerdings den Höheren Säugern nicht unbedingt unterlegen. Es handelt sich dabei um das Opossum, dem es gelang, in umgekehrter Richtung von Süd- nach Nordamerika vorzudringen und sich dort inmitten der rezenten Fauna der Höheren Säuger zu behaupten.

Die Mehrzahl der Säuger zählt jedoch zur Unterklasse der Höheren Säuger, die heute weltweit verbreitet sind. Sie werden auch als Eutheria (Echte Haartiere), bzw. Placentalia (Plazentatiere) oder Monodelphia (Einscheidige) bezeichnet. Die Höheren Säugetiere sind moderne, echt lebendgebärende Tiere, deren Vermehrung durch die Ausbildung einer Plazenta eine besonders hohe Perfektion und Sicherheit erreicht hat. Dieser Fortschritt wird ergänzt durch eine intensive Brutpflege z.B. durch Laktation der Neugeborenen und eine langdauernde Fürsorge der Eltern für ihre Nachkommenschaft. Auffällig ist außerdem eine erhebliche Zunahme der Gehirnmasse bei allen Plazentalia, insbesondere aber innerhalb der Familie der Hominidae.


Bestimmungsübungen an Vögeln und Säugern

Last modified: 28.01.03