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Sus scrofa scrofa Linné, 1758 Mitteleuropäisches Wildschwein, Schwarzwild Wild boar |
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Verbreitung |
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Eurasien. Alte Laubwälder mit Mastbäumen, wie z.B. Eiche und Buche. Bevorzugt dichte, große und sonnige Dickungen für den Tageseinstand und offene Flächen für die nächtliche Nahrungsaufnahme. |
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Merkmale |
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Kopf keilförmig, der mit kurzem Hals in den massigen, gedrungenen Körper übergeht. Schnauze mit Rüsselscheibe. Fell dunkelbraun, rauh, borstig. Keiler können ein Gwicht von bis zu 250 kg erreichen. |
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Haare (Borsten) aufgespleißt. Augen und Ohren klein. Schwanz kurz. Frischlinge cremefarben mit dunkelbraunen Längsstreifen. Magen einhöhlig. Am Lauf sind die 2. und 5 fünfte Zehe (Afterklauen, Geäfter) noch deutlich ausgebildet und auch im Trittsiegel (Fährte) gut erkennbar. |
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Gebiß vollständig, mit stark vergrößerten Eckzähnen. Die Hauer (Gewaff, Waffen) werden bis zu 30 cm lang. |
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Biologie |
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Nahrung: Omnivor: Eicheln, Bucheckern, Rhizome des Adlerfarns, Wurzeln, Pilze und Knollen, die mit den Hauern und der Rüsselscheibe aus dem Boden gebrochen werden. Ferner im Boden ruhende Insekten(puppen), Wirbeltiere (z.B. Mäuse) und deren Vorratslager, sowie Feldfrüchte, insbesondere Mais. |
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Lebensweise: Tagaktiv und bei Bejagung mehr nachtaktiv. Familienverbände (Rotten) bestehen aus verwandten Bachen und deren Nachwuchs. Eber (Keiler) außerhalb der Paarungszeit (Rauschzeit) Einzelgänger. Rivalenkämpfe mit gegenseitigem Schulterstemmen und Verletzungen mit den Hauern. Zum Schutz bilden vor allem die Keiler eine dicke knorpelige Schwarte an den Körperseiten aus. |
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Ruht tagsüber in einem Schlafkessel. Nimmt Schlammbäder in einer Suhle und reibt die verkrustete Schwarte an Malbäumen. Ausgezeichneter Geruchsinn: Schweine wittern z.B. die unterirdischen Fruchtkörper der Trüffelpilze. Gutes Gehör. |
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Fortpflanzung: Rauschzeit zwischen Oktober und Februar mit Schwerpunkt im November und Januar. Daneben kann es aber das ganze Jahr zur Rausche kommen, z.B. zur Nachrausche bei Verlust der Frischlinge oder bei optimalen Ernährungsbedingungen. Tragzeit 4-5 Monate. Wurfzeit März/April. |
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Wurfgröße 3-12 Frischlinge. In warmen Gebieten 2 Würfe im Jahr möglich. Geburt außerhalb der Rotte im Wurfkessel, der nach zwei Wochen von den Jungtieren verlassen wird. Geburtsgewicht ca. 1 kg, im Herbst bereits 20-30 kg. Säugezeit ca. 3 Monate. Geschlechtsreif nach 9 bis 18 Monaten. |
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Alter |
Lebenserwartung bis zu 20 Jahren. |
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Domestikation |
Vom Europäischen Wildschwein stammt das Hausschwein ab. Relativ spät vor etwa 4000 Jahren domestiziert. In einigen Gebieten z.B. in Spanien und auf Korsika leben halbwilde Hausschweine. |
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Wichtige Wildkrankheiten |
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Schweinepest: Sie wird durch einen Virus verursacht und oft durch Hausschweine oder durch Küchenabfälle von Schweinefleisch übertragen. Schweinepest ist unter Schwarzwild ausgesprochen ansteckend. Sauen magern ab oder gehen schnell ein, sind teilnahmslos und verlieren ihre Scheu vor dem Menschen. Es treten Blutungen auf, v.a. der Schleimhäute und Lymphknoten. Weitere Merkmale sind Zittern, Krämpfe, Durchfall, Nasenbluten, struppiges Haarkleid, Früh- und Todgeburten. Hinweise auf Schweinepest ergeben sich besonders aus Masseneingängen von Schwarzwild. Die Schweinepest ist nach dem Tierseuchengesetz auch bei Verdacht anzeigepflichtig. |
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'Waidmannsausdrücke' |
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Schwarzwild, Sauen, Frischling, Überläufer, Bache, angehender Keiler, hauendes Schwein, Hauptschwein = grobes Schwein, Basse, Gewaff = Waffen, Gewehre = Hauer, Haderer, Haken, Schild = Panzer, Wurf, Gebrech, Teller = Schüsseln, Schwarte, Borsten, Federn, Pürzel, Weiß, Hamer, Weidsack, Gebräch, Malbaum, Suhle, Kessel, Rauschzeit, Nachrausche. |
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Literatur |
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