Fam. Cervidae

Hirschartige

[ Mammalia , Ungulata , Artiodactyla , Ruminantia ]

aus: C. Gesner



Merkmale

Hasen- bis pferdegroße Wiederkäuer mit Stirnwaffen aus Knochensubstanz (Ausnahme: Wasserreh), die meist jährlich abgeworfen und neugebildet werden (Ausnahme: Ren).

Schädel

Schädel der Hirschartigen -  Cervidae

Im Unterschied zu den Boviden ist am Schädel ein Fenster bzw. eine sogenannte Gesichtslücke vorhanden. Außerdem sind am vorderen Rand des Auges zwei Tränenlöcher vorhanden.

Geweih

Geweihwachstum ausgehend von den zum Stirnbein gehörenden Rosenstöcken. Geweihknochen in der Wachstumsphase vom durchbluteten Bast umgeben. Nach Beendigung des Geweihwachstums wird der vertrocknete Bast abgefegt. Form des Geweihs artspezifisch, regional unterschiedlich, sowie vom Alter und Gesundheitszustand des Tieres abhängig. Geweih = Imponierorgan. Wird beim Kampf um brünstige Weibchen eingesetzt.

Perückenbock

Einfluß des Hormons Testosteron: Verletzung der Hoden führt zu Mißbildungen (Perückenbock); außerdem wurde der Hormoneinfluß durch Transplantation der Rosenstöcke auf weibliche Tiere mit unterschiedlichen Hormongaben nachgewiesen. Außerdem wurde ein hoher Testosterongehalt im Bastgeweih (Panten) beim Rothirsch nachgewiesen.

sonstiges

Drüsen der Hirschartigen

Drüsen der Hirschartigen

Drüsen: Frontaldrüsen, Antorbitaldrüsen, Tarsaldrüsen (Laufbürste), Interdigitaldrüsen (Klauendrüsen).

Fuß eines Hirsches


Einteilung

Die Verteter der Hirschartigen können in telemetacarpale und pläsiometacarpale Cerviden eingeteilt werden.
Die Arten dieser beiden Gruppen sind jeweils enger miteinander verwandt und haben verschiedene Merkmale gemeinsam. Der auffälligste Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen betrifft die Lage der Rudimente an den zum Kanonenbein verwachsenen Mittelhand- bzw. Mittelfußknochen (Metapodien).
Diese funktionslos gewordenen »Griffelbeine« liegen bei den plesiometacarpalen Cerviden oben (A) nahe am Körper (griech. plesios = nahe), bei den telemetacarpalen Cerviden liegen sie unten (B) weiter vom Körper entfernt (griech. tele = weit, entfernt). In der Abbildung sind die Metapodien (Kanonenbeine) mit den noch vorhandenen Griffelbeinen des Damhirsches (A) und des Rehs (B) dargestellt.

Die verschiedenen Arten können anhand der Stirnwaffen (Geweih) bestimmt werden. Im geweihlosen Zustand bietet die Ausformung der Gesichtslücke und der Tränengrube am Schädel eine Bestimmungshilfe.



Unterscheidungsmerkmale verschiedener Cerviden am Schädel:



Gesichtslücke

Tränengrube

Reh

klein

viereckig flach

Rothirsch

groß

dreieckig groß

Damhirsch

sehr groß

viereckig mittel

Sikahirsch

klein

dreieckig flach


Systematik m. Beispielen

5 Unterfamilien. Die Moschinae werden zum Teil als eigene Familie (Moschinae) angesehen.

Moschinae - Moschushirsche


Moschushirsch - Moschus moschiferus

Hydropotinae - Wasserhirsche

Wasserreh, Hydropotes inermis

Hydropotes inermis - Wasserreh

Muntiacinae

Muntiacus reeversi - Muntjak

Muntiacus reeversi - Muntjak

Cervinae - Echthirsche

Rothirsch - Cervus elaphus

Sikahirsch - Cervus nippon

Damhirsch - Dama dama

Rothirsch - Cervus elaphus

Sikahirsch - Cervus nippon

Damhirsch - Dama dama

Odocoilinae - Trughirsche

Reh - Capreolus capreolus

Ren - Rangifer tarandus

Elch, Alces alces

Reh - Capreolus capreolus

Ren - Rangifer tarandus

Elch - Alces alces



Bestimmungsübungen an Vögeln und Säugern

Last modified: 21.06.03