Unterarten der Schermaus

Entsprechend der großen Formenmannigfaltigkeit wurden zahlreiche Unterarten und Rassen beschrieben. Am bekanntesten sind zwei ökologisch verschiedene Formen, die sich morphologisch nicht oder kaum unterscheiden, nämlich die amphibische Form, die vorwiegend am Rande von Gewässern, und die terrestrische Form, die fernab von Wasserflächen im trockenen Kulturland lebt.

Es findet jedoch ein mehr oder weniger regelmäßiger Wechsel zwischen feuchten und trockenen Biotopen statt. Er ist von der Siedlungsdichte und der Jahreszeit abhängig und mit einer Änderung der Lebensweise verbunden. Im mitteleuropäischen Hügelland und Mittelgebirge gibt es aber Populationen, die ganzjährig fernab von Gewässern rein terrestrisch leben. Es ist wenig wahrscheinlich, daß es sich dabei um eine eigene Rasse handelt.

Am ehesten lassen sich die großen und dunklen »Tieflandformen" bzw. die Schermäuse in Fennoskandien, Rußland, Polen und Dänemark bis zur mitteleuropäischen Mittelgebirgsschwelle der Nominatform A. terrestris terrestris zuordnen. Daran schließt sich nach Süden die kleinere und hellere Rasse A. terrestris sherman an. Die kleinsten Schermäuse A. terrestris exitus bewohnen die Nordalpen, die nur wenig größer als die Feldmaus werden. Von der Nord- bis zur Südgrenze der Verbreitung besteht also entsprechend der Bergmann'schen Regel eine klinale Abnahme der Größe. Die Übergänge zu den verschiedenen Unterarten und Rassen sind fließend und eindeutige Abgrenzungen in vielen Fällen schwierig. Besonders komplex ist die Variabilität und die Rassengliederung in Südosteuropa.


Bestimmungsübungen an Vögeln und Säugern

Last modified: 26.01.03