Braunbär - Ursus arctos

Ursus arctos

Braunbär

[ Mammalia , Carnivora , Ursidae ]

© Ralf Schmode


Merkmale

Braunbär - Ursus arctos

Schaedel des Braunbären, Ursus arctos

Körper besonders groß und kompakt gebaut (2-3 m, 150-800 kg). Einheitlich braun. Guter Geruchssinn.

Verbreitung

Verbreitung des Braunbären

Verbreitungsgebiet ehemals riesig, Kodiak, Grizzly, in Mitteleuropa ausgerottet. Letztes Exemplar in Deutschland 1835 bei Ruhpolding erlegt. 1912 bei Mittenwald gesichtet. Kleine Restbestände in Süd-, Ost- und Nordeuropa.
Restvorkommen. Refugien, wenige, z.T. wiedereingebürgerte Tiere aus zoologischen Gärten. Höhlenbär eng verwandt, ausgestorben in der letzten Eiszeit. Fossile Vorkommen z.B. in der Bärenhöhle von Mixnitz (Oberösterreich).

Lebensraum

Braunbär - Ursus arctos

Ursprünglich nahrungsreiche und heterogene Laubmischwälder, heute in entlegene Gebirgszonen abgedrängt. Aufspüren der letzten Exemplare in der Brenta mit Hilfe gezähmter Bären. Fristen heute ihr Leben in nahrungsarmen Refugien. Nahrung vielseitig. Spezialisierung. 1n den Südalpen auf Weidetiere angewiesen. Entschädigung. Trotz gelegentlicher Übergriffe kein Kulturfolger im Gegensatz zu den in Nordamerika lebenden Schwarzbären. Einzelgänger, scheu, Lager in Windbrüchen, Dickungen.

Fortpflanzung

Braunbär - Ursus arctos

Ein Weibchen kann alle 2-4 Jahre Junge zur Welt bringen. Die Paarungszeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Die Paarung selbst kann sich über eine Stunde dauern. Die Tragzeit liegt zwischen 6 und 9 Monaten. Im Winterlager werden i.d.R. 1-2 nur etwa rattengroße, nackte und blinde Jungtiere zur Welt gebracht. Die Bärin verläßt das Winterlager nicht, sondern widmet sich ausschließlich der Jungenaufzucht. Die jungen Bären werden etwa 2 Jahre von der Mutter geführt.

Überwinterung

Kein echter Winterschläfer, Winterruhe.


Kulturgeschichte

In Europa ursprünglich Herr des Waldes, Urahn des Menschen, zahlreiche Höhlenzeichnungen und Kultstätten, Gräber. Mittelmeer: Sinnbild, Gottheit der rnütterlichen Fürsorge, Matriarchat. Artemis (von griech: Arktis = die Bärin, Arktos = der Bär), Sinnbild der mütterlichen Fürsorge, Herrin der Tiere (röm. Diana). Circumpolarsterne: Große Bärin u. Kleiner Bär.
Heraldische Zeichen und seine häufige Erwähnung in Märchen, Sagen und Legenden weisen auf eine ehemals kultische Bedeutung hin. In Bern werden seit Urzeiten Bären gehegt (Überreste eines alten Bärenkultes?). Auch heute noch in Kultur und Sprache lebendig. Namen vieler mitteleuropäischer Städte gehen auf den Braunbären zurück; als Wappentier daher weit verbreitet (z.B. Bern und Berlin).
Die keltische Göttin Artio entsprach der griechischen Bärengöttin Artemis (röm. Diana). Sie ist hier mit einer säugenden Bärin abgebildet. Die Statuette wurde etwa um 50 v. Chr. angefertigt und bei Bern gefunden.

Zukunft der Bären in Europa?

Braunbären - Ursus arctos

Wiedereinbürgerung bereits vor dem 2. Weltkrieg diskutiert. Fachleute befürchten jedoch Konflikte mit der Bevölkerung, Tourismus. Kein Streicheltier. In der Slowakei wurden 26 Menschen allein in den Jahren 1985-1987 von Bären angegriffen, wovon 20 ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Von Todesfällen wird wiederholt auch aus Nordamerika berichtet.

Großer Raubsäuger, kein geeignetes Gebiet in Deutschland vorhanden. Ausweg: Deutschland beteiligt sich an entsprechenden internationalen Projekten z.B. in Italien. Der Staat zahlt Entschädigungen für gerissene Schafe. Magnet für den Tourismus.



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Bestimmungsübungen an Vögeln und Säugern

Last modified: 09.05.03