Vulpes vulpes

Rotfuchs

[ Mammalia , Carnivora , Canidae ]

aus: C. Gesner



Verbreitung

Typischer Vertreter der paläarktischen und nearktischen Fauna. In Europa überall außer auf Zypern, Kreta, Malta und den Balearen. In Afrika im Atlas und in den nordwestafrikanischen Küstenländern sowie in NO-Afrika von Libyen und Ägypten bis zum nördlichen Sudan. In Asien von Kleinasien, Arabien über Mittelasien bis Südsibirien, Kamtschatka, Japan und bis zum Norden Hinterindiens im Südosten. In Nordamerika bis Florida, dem Golf von Mexiko sowie Mittelkalifornien, nicht in den nordöstlichen Tundragebieten. Im Gesamtverbreitungsgebiet ca. 50 Unterarten. Eingeführt in Australien und auf einigen pazifischen Inseln.


Merkmale

Rotfuchs, Vulpes vulpes

Wie kleiner, schlanker Hund; spitzer Kopf; spitze, stehende, große Ohren; buschiger Schwanz. Färbung variabel, in Europa vorwiegend folgender Typ: Oberseite rotbraun, Kehle, Bauchpartie und Beininnenseiten heller bis weißlich, Schwanzspitze weiß.

Rotfuchs, Vulpes vulpes

Hiervon abweichende Farbvarianten sind der »Brandfuchs« mit dunkler Kehle und Bauchseite sowie dunkler Schulterpartie, der noch dunklere »Kohlfuchs«, der »Kreuzfuchs« mit dunklem Schulterkreuz und der besonders helle »Birkfuchs«.

Drüsen beim Fuchs

Zuweilen finden sich auch Weißlinge mit schwarzen Ohr- und Schwanzspitzen sowie aus Pelzfarmen entkommene »Silberfüchse« (eine nordamerikanische Form des Rotfuchses). Rüde mit Schwanzwurzeldrüse (Viole).


Schädel

Schädel leicht von Hund und Wolf zu unterscheiden: Schnauze relativ lang, Canini relativ länger und schmaler.

Schädel des Fuchses, Vulpes vulpes

Schädel des Fuchses, Vulpes vulpes

Schädel des Fuchses, Vulpes vulpes


Biologie

Lebensraum: Äußerst anpassungsfähiger Kulturfolger; Halbwüste, Küstengebiete, Wald- und Parklandschaften, Hochgebirge bis zu 4500 m Höhe.

Lebensweise: Vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiv; Einzelgänger, territorial. Das Territorium umfaßt bis zu 100 ha und wird hauptsächlich auf bestimmten Wechseln durchstreift. Mehrere Haupt- und Nebenbaue (Erdhöhlen) dienen als Ruheplätze und zur Aufzucht der Jungtiere. Harn- und Kotplätze markieren das Territorium gegenüber Artgenossen. Sehr gut entwickeltes Hör-, Riech- und Sehvermögen. Die Jagd erfolgt einzeln oder im Familienverband (Mutter mit Jungfüchsen). Die Fuchsdichte ist stark abhängig von der landschaftlichen Vielfalt, dem Nahrungsangebot über das Jahr hinweg und von für Baue geeigneten Standorten. Jungfüchse verlassen das Gebiet ihrer Jugend sehr unterschiedlich spät und wandern sehr unterschiedlich weit weg.

Nahrung: Kleintiere bis Hasen- und Gänsegröße; auch Eier und Jungtiere (Rehkitze, Lämmer), Beeren und Früchte.

Fortpflanzung: Jährlich 1x 4-7 Junge. Paarungszeit (Ranzzeit) in Mitteleuropa Januar/Februar, in Südeuropa bis zu 4 Wochen früher und in Nordeuropa bis zu 4 Wochen später. Mehrere Männchen umwerben das Weibchen, einer bleibt und hilft bei der Aufzucht der Jungtiere mit, bis diese selbständig werden. Die Begattung dauert zwischen 15 und 25 Minuten. Nach einer Tragzeit von ca. 50 Tagen werden 3 bis maximal 12 wollig-graue, blinde Welpen im Kessel des Erdbaus geworfen. Vor Beendigung der zweiten Lebenswoche öffnen die Welpen ihre Augen, nehmen bald danach von den Eltern vorgekaute, später auch feste Nahrung auf. Nach der vierten Lebenswoche endet die Säugezeit und die Jungfüchse verlassen erstmalig den Bau. Im Alter von 3-4 Monaten werden sie selbständig, mit ca. 9 Monaten geschlechtsreif. Außerhalb der Ranzzeit leben Rüde und Fähe meist allein.

Alter: Lebenserwartung bis zu 12 Jahre.


Jungfüchse, Vulpes vulpes

Fortpflanzung: Jährlich 1x 4-7 Junge. Paarungszeit (Ranzzeit) in Mitteleuropa Januar/Februar, in Südeuropa bis zu 4 Wochen früher und in Nordeuropa bis zu 4 Wochen später. Mehrere Männchen umwerben das Weibchen, einer bleibt und hilft bei der Aufzucht der Jungtiere mit, bis diese selbständig werden. Die Begattung dauert zwischen 15 und 25 Minuten.

Nach einer Tragzeit von ca. 50 Tagen werden 3 bis maximal 12 wollig-graue, blinde Welpen im Kessel des Erdbaus geworfen. Vor Beendigung der zweiten Lebenswoche öffnen die Welpen ihre Augen, nehmen bald danach von den Eltern vorgekaute, später auch feste Nahrung auf. Nach der vierten Lebenswoche endet die Säugezeit und die Jungfüchse verlassen erstmalig den Bau. Im Alter von 3-4 Monaten werden sie selbständig, mit ca. 9 Monaten geschlechtsreif. Außerhalb der Ranzzeit leben Rüde und Fähe meist allein.

Alter: Lebenserwartung bis zu 12 Jahre.


Bedeutung

Gilt als Hauptüberträger des Tollwutvirus (Rabies). Um das Aufkommen dieser Seuche zu verhindern, wurden und werden vielerorts die Füchse, soweit es irgend geht, bejagt und früher begast; dennoch halten sich auch in solchen Gebieten die Fuchsbestände erstaunlich gut. Die Bejagung als prophylaktische Maßnahme zur Tollwutbekämpfung ist umstritten, da die Verringerung eines Fuchsbestandes die Zuwanderung fremder Füchse und damit das Einschleppen der Tollwut begünstigen kann. Inzwischen ist das Tollwutproblem in vielen Gebieten durch Tollwutimpfungen mit impfstoffhaltigen Ködern, die vom Fuchs oral aufgenommen werden, weitgehend gelöst. Seitdem rapide Zunahme der Fuchspopulation. Außerdem ist der Fuchs der Hauptwirt des Fuchsbandwurms (Echinococcus multilocularis). Zwischenwirte sind Mäuse, insbesondere Feldmäuse und Erdmäuse, potentiell auch der Mensch. In bestimmten Gebieten, wie z.B. im Jura tritt der Fuchsbandwurm bei Mäusen gehäuft auf.


Ähnliche Arten

Eisfuchs, Goldschakal, Marderhund, kleine Hunde, Vielfraß, Ginsterkatze, Dachs.


'Waidmannsausdrücke'

Rüde - Fähe - Geheck - Welpe - Läufe mit Pranten - Seher - Gehöre - Fänge - Balg - Lunte oder Standarte mit Blume - Ranzzeit - Schnalle - Rute mit Geschröt - Kern - Viole



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Bestimmungsübungen an Vögeln und Säugern

Last modified: 02.03.03