Das Gefieder der Vögel


Die Federn leitet sich aus den Reptilienschuppen ab, sind also mit diesen homolog. Es handelt sich um sehr leichte Gebilde, die sich aus toten, verhornten Zellen aufbauen. Sie bedecken große Teile der Körpers, nicht jedoch die Hinterbeine. Sie werden gefettet mit dem Sekret der Bürzeldrüse. Die Färbung der Federn beruhen auf Einlagerungen von Pigmenten oder auf Interferenzfarben (Lichtbrechung bedingt durch die Struktur - Strukturfarben).

Aufgaben

Das Federkleid erfüllt eine ganze Reihe von Aufgaben:

  • Sie verleihen dem Vogel die notwendige große Oberfläche zum Fliegen.
  • Temperaturregulation.
  • Sie bieten auch einen gewissen mechanischer Schutz.
  • Farben und Zeichnungen des Gefieders haben eine wichtige Funktion bei Balz und Tarnung.

Federtypen

Man unterscheidet i.d.R. 5 Federtypen, die wichtigsten sind:

Konturfedern: Sie besitzen einen gut entwickelten Schaft mit Federästen, verbundenen Federstrahlen, die ein flaches Blatt, die Fahne bilden. An ihrer Basis sind die Federäste meist unverbunden und daunig.

Daunenfedern: Sie besitzen eine kleine Spindel und einen schlaffen oder gar keinen Schaft. Die Federäste (Rami) sind nicht miteinander verbunden und besitzen feine fädige Seitenäste wodurch die Dunen leicht und flauschig werden.



Entstehung

Umstritten ist, ob Federn im Zusammenhang mit dem Fliegen oder aus Gründen des Wärmehaushaltes entstanden sind.


Federentwicklung

s. Federentwicklung


Anpassungen

Je nachdem, ob der Schwerpunkt im Wärmehaushalt oder im Fliegen liegt, ist das Federkleid unterschiedlich ausgebildet: Falken haben ein sehr hartes, Strauße eher ein sehr weiches, aufgefasertes Gefieder. Bei letzteren kann die festgehaltene Luftmenge durch Sträuben und Anlegen der Federn mittels der Federmuskeln reguliert werden.



Federzahl

Die Anzahl ist bei den einzelnen Gruppen unterschiedlich: Kolibris besitzen nur um 1.000, Rauchschwalben ca. 1500, Schwäne etwa 20.000-30.000 Federn.


Federaufbau

Schema des Federaufbaus

An die hohle Federspule schließt sich ein markgefüllter Federschaft an. Von diesem Schaft gehen seitlich Federäste aus. An diesen Ästen sitzen in Richtung zum Federgrund Bogenstrahlen und in Richtung zur Spitze Hakenstrahlen. Die Hakenstrahlen sind mit feinen Häkchen besetzt, die die Bogenstrahlen des nächstfolgenden Astes festhalten.




Federbedeckung

Schema - Federbeckung dorsal

Obwohl das Federkleid den ganzen Körper mehr oder weniger abdeckt, entspringen Federn nicht an allen Körperstellen:

Schema - Federbedeckung ventral

Bei einem gerupften Vogel kann man deutlich Federfluren von Rainen unterscheiden. Konturfedern entspringen auf diesen Federfluren, decken aber die Raine mit ab.




Federfärbung

  • Weiß: Weiße Färbungen ergeben sich aus einer Abwesenheit von Farbstoffen und kann durch strukturelle Mittel noch verstärkt werden.
  • Braun + Schwarz: Ergeben sich aus Einlagerung von Melanin, einem fast universellen Wirbeltierpigment, welches von spezialisierten Zellen im Federbalg gebildet wird. Es erscheint in Form kleiner Körnchen in den Federn, aber auch auf deren Oberfläche.
  • Rot+Gelb: Ergeben sich aus der Bildung von Karotinoiden. Diese werden mit der Nahrung aufgenommen. Ein Musterbeispiel hierfür sind Flamingos, die es über Garnelennahrung aufnehmen. Die Pigmente werden unverändert oder modifiziert in die wachsenden Federn eingebaut. Die Farbtöne können sich auch durch reflektierende Strukturen, oft durch gasgefüllte Innenräume ergeben.
  • Blau: Entsteht durch Überlagerung eines schwarzen Pigmentes durch farbloses, durchsichtiges Keratin.
  • Grün: Entsteht durch Überlagerung von Karotinoiden durch farbloses, durchsichtiges Keratin.
  • Schillerfarben: Sie entstehen durch eine schuppenähnliche Oberflächenstruktur. Die Federschichten darunter sind außerdem meist dicht mit Melanin pigmentiert.

Mauser

Wechsel bzw. Neubildung des Federkleids. Herbst- und Frühlingsmauser, nur schwach ausgeprägt bei den Arten, die ihre Nahrung im Flug erjagen müssen, dagegen stark z.B. bei Hühner- und Entenvögeln. Mit der Mauser wechselt der Vogel häufig die Farbe des Gefieders (z.B. Schneehühner).


Bestimmungsübungen an Vögeln und Säugern

Last modified: 20.11.02