Fam. Picidae

Spechte

[ Aves , Piciformes ]

© Monika & Richard Fellinger


Merkmale

  • Kerbtierjäger, die mit einem meist hartem, kantigen, geraden Meißelschnabel und einer weit vorstreckbaren Zunge ausgestattet sind. Zunge lang und mit geborstener Spitze.
  • Schädel mit Sonderanpassungen, z.B. federnde Verbindung zwischen Schnabel und Hirnschädel.
  • Läufe kurz mit kräftigen Füßen. Charakteristische Zehenstellung (2+2), d.h. 2 Zehen sind nach vorn, und 2 Zehen nach hinten ausgerichtet.
  • Oft Stützschwanz, dessen Federn mit einem starken Kiel ausgestattet sind und spitz auslaufen.
  • Geschlechtsdimorphismus bei den einzelnen Arten relativ schwach ausgeprägt, die Geschlechter unterscheiden sich nur geringfügig in der Gefiederfärbung.

Biologie

Habitat: Spechte sind an gestufte und alte Waldbestände mit viel Totholz gebunden.

Brut: Höhlenbrüter mit kurzer Brutdauer (der Kleine Buntspecht und der bei uns sehr selten gewordene Mittelspecht allerdings in morschem Holz). Die Höhle wird nicht mit Nistmaterial ausgepolstert.

Das »Trommeln« an dürren Ästen ersetzt den Reviergesang (die Syrinx ist für »echten Gesang« nicht ausgebildet«).

Nahrung: Insektenvertilger, allerdings sind nicht Borkenkäfer, wie oft angenommen, die Vorzugsnahrung, sondern Ameisen:
    • Bei den meisten Arten liegt der Borkenkäfer-Anteil in der Nahrung bei nur 3-5%. Lediglich beim Dreizehenspecht kann dieser auf 30% ansteigen. Der Anteil an Ameisen liegt i.d.R. bei 70%.
    • Aus diesem Grund sind sie als Schädlingsvertilger nur bedingt nützlich. Eine weitaus größere Bedeutung haben sie jedoch als Erbauer von Bruthöhlen, die von einer Vielzahl anderer Tiere genutzt werden!

Forstl. Bedeutung: »Schäden« durch Zapfenbeschädigungen; Punktieren und Ringeln von Stämmen um Saft zu lecken. Zimmern von Spechtschmieden und Nisthöhlen in gesunden Stämmen. Beschädigung von Ameisennestern. Nutzen: Vertilgen von Schadinsekten unter der Rinde absterbender Bäume.



Systematik

Mehr als 200 Arten, weltweit verbreitet außer in Madagaskar, Neuseeland und Australien. Es handelt sich offenbar um eine noch relativ junge Gruppe, die zur Zeit der großen »Landmassentrennungen« noch nicht existiert hat. In Europa treten etwa 10 Arten auf. Man unterscheidet 2 Gruppen: Baumspechte und Erdspechte.

Beispiele


Schwarzspecht - Dryocopus martius



Schwarzspecht - Dryocopus martius


Großer Buntspecht (Dendrocopos major)

Kleiner Buntspecht, Kleinspecht, Dendrocopos minor

Großer Buntspecht - Dendrocopos major

Mittelspecht - Dendrocopos medius

Kleiner Buntspecht - Dendrocopos minor

Grünspecht - Picus viridis

Grauspecht - Picus canus

Wendehals - Jynx torquilla

Grünspecht - Picus viridis

Grauspecht - Picus canus

Wendehals - Jynx torquilla


Unterscheidung der heimischen Spechtarten


Bestimmungsübungen an Vögeln und Säugern

Last modified: 08.02.03