Kormoran - Phalacrocorax carbo

Phalacrocorax carbo

Kormoran, Cormorant

[ Aves , Pelecaniformes , Phalacrocoracidae ]

aus : Naumann



Merkmale

Fast gänsegroß. Schwarz, anthrazitfarben, Federn am Schnabelgrund weiß, heller Fleck an den Lenden. Jungvögel unterseits heller. Schnabel gelb, Oberschnabel spitz, hakig, scharf nach unten gekrümmt. Kehlsack für den Transport von erbeuteten Fischen.

Verbreitung

Bis etwa 1970 scharfe Verfolgung und Dezimierung wegen der Schäden vor allem in der Teichwirtschaft. Vorkommen begrenzt auf geringe Restbestände an den Meeresküsten. Seit 1975 Schutzbestimmungen. Seither starke Zunahme vor allem im Binnenland in ganz Europa. Bestandsregulierungen. Früher nur an der Küste jetzt auch häufig an Binnenlandgewässern.

Nahrung

Hauptsächlich Aal, Hering, Plötze, Zander, Brachsen und Barsch. Regelrechte Treibjagden auf Fischschwärme, die in flaches Wasser gegen das Ufer getrieben werden. Sie können bis zu 16 m tief tauchen, meist jedoch nur 1-3 m. Nach dem Wasseraufenthalt wird auf Pfählen etc. das Gefieder getrocknet. Gelegentlich werden auch Vögel gegriffen.

Brut

Freibrüter in Kolonien. Baut Reisignester auf Bäumen, die infolge des ätzenden Kotes (Harnsäure!) wie weiß gekalkt erscheinen und absterben. Bis zu 150 Nester in einer Kolonie auf einer Buche. Schließt sich häufig an Brutkolonien des Graureihers an (Beispiel: Ismaniger Teichgebiet) und besetzt dessen Nester. Nistplatz wird von den Männchen besetzt, die dann mit der »Männchenwerbebalz« versuchen ein Weibchen anzulocken. Drei bis vier hellblaue Eier. Brutzeit 25 Tage. Aufzucht im Nest etwa 7 Wochen. Nach drei Monaten sind die Jungvögel selbständig. Erst im vierten Lebensjahr fortpflanzungsfähig. In der Regel 70% Mortalität im 1. Lebensjahr.

Winter

In England (Golfstrom und milde Winter!) Standvogel. Östlich von Rostock brütende Kormorane ziehen im Herbst in die Mittelmeerländer. In anderen Gebieten Teilzieher.

Bedeutung

Schäden an Fischbeständen vor allem in der Teichwirtschaft. In Asien, vor allem Japan wird der Kormoran für den Fischfang abgerichtet. Ein Halsring verhindert das Verschlucken der Beute.



Bestimmungsübungen an Vögeln und Säugern

Last modified: 31.05.03