Kleiber, der gerade mit Kotballen vom Nest abfliegt.

Sitta europea

Kleiber - Nuthatch

[ Aves , Passeriformes , Sittidae ]

© Walter Bäumler


Merkmale

Die fast sperlingsgroßen Tiere besitzen einen relativ dicken Kopf mit kurzem Hals, die Körperhaltung ist fast immer etwas geduckt. Körperoberseite graublau schimmernd, Flanken kastanienbraun. Ein schwarzer Streif zieht vom Schnabel durch das Auge bis zu den Schultern.

Nahrung

Die Tiere fressen zur Vegetationszeit hauptsächlich Insekten und Spinnen, zum Herbst hin auch Samen verschiedenster Laub- und Nadelbäume und von Sonnenblumen. Lieblingskost der Kleiber sind Maden, weswegen sich auch oft Spechtmeisen genannt werden. Hämmert auf in Rindenritzen geklemmte Nüsse, um sie zu öffnen.

Nest

Nestmaterial

Das Nest wird gerne in Baumhöhlen angelegt, gerne werden auch Spechthöhlen angenommen. Der Kleiber verschließt den Höhleneingang mit Lehm bzw. paßt deren Öffnung auf seine Körpergröße an. Der Name Kleiber leitet sich von Kleber ab, und bezieht sich auf die oben beschriebene Nestbauweise. Zur Auspolsterung des Nestes werden Rindenstückchen, besonders die der Spiegelrinde der Kiefer, genutzt, weswegen die Jungtiere durch Kälteeinbrüche gefährdet sind. Nie werden Moos, Federn oder Haare benutzt. Gelege bestehen aus 6-9 Eiern, die denen der Meisen ähneln. Da der Kleiber bei uns einer der am frühesten brütenden Arten ist (bereits Ende April), können Spätfröste zum Tode der Brut führen. Keine Zweitbruten.

Winter

Standvogel

Alter

Die ältesten Ringvögel erreichten ein Alter von 9 Jahren.

Bestand

In Bayern hat der Kleiber seit 1950 langsam aber stetig zugenommen (gemessen an Nestzählungen). Man vermutet, daß diese Zunahme in Zusammenhang mit einem Anstieg der Temperatur in unseren Wäldern steht (ähnlich wie beim Siebenschläfer).



aus : Naumann


Bestimmungsübungen an Vögeln und Säugern

Last modified: 26.11.02