Uferschwalbe - Riparia riparia

Riparia riparia

Uferschwalbe - Sand Martin

[ Aves , Passeriformes , Hirundinidae ]

aus: Naumann


Kleinste europäische Schwalbe, noch deutlich kleiner als der Haussperling. Heute brütet sie gerne in Sandgruben, woraus sich auch ihre Gefährdung ergibt (Materialentnahme aus Sandgruben, Rekultivierung von Sandgruben).


Merkmale

Merkmale

Braunes Brustband bei sonst weißer Unterseite, Oberseite braun. Schwanz nicht tief gegabelt.

Biotop

Wahrscheinlich ursprüngliche Bewohner schnellfließender Flüsse, wo immer wieder Abrisse, und somit Brutmöglichkeiten entstehen, sowie Meeressteilküsten. Heute besiedelt sie im Binnenland vor allem Kies- und Sandgruben.

Nahrung

Nahrung Kleininsekten, die oft weitab vom Nest über Wasserflächen im Flug erbeutet werden.

Brut

Koloniebrüter, nistet in selbstgegrabenen Höhlen an Flußläufen und in Steilhängen von Sand- bzw. Kiesgruben. Beide Partner beteiligen sich am Höhlenbau. Höhlen mit querovalem Flugloch. Die Röhren sind u.U. 1-2 m lang. Brut im Mai-August, 2 Bruten. Oft sind die Bruthöhlen in einer Linie angeordnet.

Feinde

Ein Feind der Uferschwalbe sind marderartige Säuger, die Bruthöhlen erweitern, um an die Gelege zu gelangen.

Winter

Zugvogel, der von der nördlichen Sahelzone in West- und Zentralafrika bis zum Regenwaldgürtel überwintert.


Gefährdung

In NRW wird die Uferschwalbe seit 1996 in der Kategorie 3 (gefährdet) geführt. Für ihren Rückgang wurden verschiedene Gründe verantwortlich gemacht. Zum einen die oben beschrieben Veränderungen in Kies- und Sandgruben, zum anderen auch die Klimaerwärmung. Man vermutet, das sich diese für Langstreckenzieher nachteiliger auswirkt, als für Kurz- und Mittelstreckenzieher. Letztere zeigen eher Anpassungen, wie frühere Heimkehr oder früherer Legebeginn. Tatsächlich wurde beobachtet, das Bestände von Langstreckenzieher eher abnehmen, die der Kurz- und Mittelstreckenzieher dagegen eher zunehmen. Ein starke Abnahme der Uferschwalben-Bestände in Westeuropa 1968 und 1984 wurden mit den Dürreperioden in der Sahelzone in Verbindung gebracht. Auch wenn die Bestände in verschiedenen Regionen wieder leicht zugenommen haben, darf noch keine Entwarnung gegeben werden, da Kiesgruben sicherlich kein ausreichender Ersatz für natürliche Steilwände an Fließgewässern sind.


Literatur

Loske, K.-H. & Laumeier, T. (1999): Bestandesentwicklung der Uferschwalbe Riparia riparia in Mittelwestfalen. Vogelwelt 120: 133-139.


Bestimmungsübungen an Vögeln und Säugern

Last modified: 25.11.02