Grosstrappe,  Otis tarda

Otis tarda

Großtrappe

[ Gruiformes , Otididae ]

aus : Naumann



Großtrappen sind bei uns auf Grund der Landwirtschaft und Zerschneidung der Lebensräume stark in Abnahme begriffen.

Körper

Truthahngroß. Keine Hinterzehe und keine Bürzeldrüse. Kopf u. Hals hellgrau. Rücken braun mit schwarzen sichelförmigen Flecken, Bauchseite weiß.

Verbreitung

Ehemals in den Steppengebieten in Mittel- und Südeuropa verbreitet. Heute nur noch östlich von Berlin. Die Vorkommen im Elsaß sind zu Beginn diese Jahrhunderts erloschen. Größere Vorkommen heute noch in Ungarn und vor allem in Spanien (ca. 40.000 Tiere).

Biotop

Steppenvogel, Kulturfolger, der in einer ausgedehnten, extensiv bewirtschafteten Kultursteppe existieren kann. Das Primärbiotop sind Steppen auf Schwarzerdeböden, bei uns Heide- Öd- und Brachflächen, Acker- und Grünflächen.

Nahrung

Die Ernährung ist vielseitig, überwiegend pflanzlich, im Sommer aber auch tierisch.

Balz

Sehr auffällig im Februar-März. Hahn bläht die bauchseitigen Luftsäcke derart auf, daß der gesamte Vogel wie ein großer weißer Federball erscheint.

Brut

Nur zwei Eier im Bodennest.

Feindabwehr

Die Trappenjagd war früher weit verbreitet. In seinem Falkenbuch berichtet Kaiser Friederich II über eine sehr wirksame Verteidigung der Großtrappe gegen Feinde. Wenn sie beispielsweise von einem Greifvogel angegriffen wird, speit sie ihren ätzenden Mageninhalt dem Angreifer in die Augen. Die Magenflüssigkeit hat dabei einen ph von ca. 1, entspricht also Salzsäure! Dieses Verhalten konnte bewirken, daß ein Beizvogel, z.B. ein Wanderfalke, der auf eine Trappe angesetzt wurde, erblindete.

Alter

In Gefangenschaft können einzelne Tiere ein Alter von bis zu 50 Jahren erreichen.


Bestimmungsübungen an Vögeln und Säugern

Last modified: 04.07.02