Auerhahn, Tetrao urogallus

Tetrao urogallus

Auerhuhn

[ Aves , Galliformes , Tetraonidae ]

aus : Naumann



Schon Plinius der Ältere war über die stattliche Größe dieser Tiere äußert beindruckt: 'Außer dem Strauß gibt es keinen Vogel mit größerem Körpergewicht. Er kann so schwer werden, dass man ihn unbeweglich am Boden greifen kann. Die Vögel kommen in den Alpen und im Norden vor. In der Gefangenschaft verlieren sie ihren Geschmack...'.


Merkmale

Weibchen von Tetrao urogallus

Mit einem Gewicht von 4-5 kg ist das Auerhuhn eines der größter europäischer Hühnervogel. Männchen mit weißem Fleck an den Flügeln, Weibchen sind kryptischer gefärbt. Im Gegensatz zum Birkhuhn mit gerundetem Stoß.


Verbreitung

Verbr.

Kälteangepaßt, in weiten Teilen Europas und Asiens, insbesondere in Nordeuropa, im Süden an Gebirge und höhere Mittelgebirge gebunden. Typischer Waldbewohner.


Nahrung


Nahrung

Pflanzlich, je nach Ort und Jahreszeit Knospen, Koniferennadeln, Beeren. Tierische Nahrung nur im Sommer und Herbst. Besonders Jungtiere leben zunächst von Kleintieren. Aufnahme von Magensteinchen.


Fortpflanzung

Zur Zeit der Schneeschmelze im ausgehenden Winter versammeln sich in der Morgendämmerung mehrere Hennen und Hähne an besonders geeigneten Balzplätzen. Es handelt sich dabei im Bergland vorzugsweise um Verebnungen oder Kuppen, die nur lockeren Strauch- und Baumbewuchs aufweisen. Hier grenzen die Hähne kleine, oft nur wenige Quadratmeter große Reviere ab, drohen einander mit breitgefächertem Stoß und aufgeplusterten Halsfedern. Gelegentlich auch Kommentkämpfe der Hähne an den Reviergrenzen ohne ernsthafte Verletzungen.

Die Balz beginnt häufig bereits in der Dunkelheit auf Bäumen, und wird dann am Boden fortgesetzt. Sie besteht aus einem angedeuteten Revierflug, Imponierverhalten und einem Reviergesang. Der Revierflug gleicht häufig einem Springen mit flatternden tiefhängenden Flügeln und endet meist schon nach 3-5m. Die Hähne imponieren durch Gestaltvergrößerung und merkwürdig ritualisierte Bewegungen. Stoß aufrecht gefächert, Hals senkrecht nach oben gestreckt, die Bartfedern am Kehlkopf gesträubt und Flügel nach unten abgespreizt. Der Reviergesang beginnt mit einem rhythmischen hölzernen Knappen wie 'telak telak'. Steigert sich immer rascher zu einem hölzernen Triller 'tick, tick, tick' und endet mit dem Hauptschlag 'tick tock'. Darauf folgt die eigentliche Strophe, die nicht sehr laut wie das kratzende Schleifen oder Wetzen einer Sense klingt. Der Hauptschlag ist etwa 400m weit hörbar.

Die Hennen verhalten sich ruhig, gesellen sich zu dem auserwählten Hahn und deuten durch Niederducken Paarungsbereitschaft an. Im Anschluß an die Balz findet die Begattung statt. Hahn und Henne sind polygam. Die Hähne sind an der Jungenaufzucht nicht beteiligt (s. o. Geschlechtsdimorphismus).

In der Balz können Auerhähne die übliche Scheu weitgehend verlieren. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts, als Auerwild im Nürnberger Reichswald noch häufig vorkam, wurden wiederholt Waldwanderer und sogar Gäste in Waldschänken von liebestollen‘ Auerhähnen angegriffen (Jäkel, 1889).


Bodenbrüter in von Gräsern und Heiden versteckten Mulden. 6-12 Eier, Brutzeit ca. 26 Tage. Nestflüchter, die Jungen werden vo der Henne noch etwa 3 Wochen gehudert, bleiben über den Winter aber im Familienverband.


Überwinterung

Standvogel.


Bestände

Früher war das Auerhuhn eine bei uns häufige Vogelart. So gab es nach alten Berichten im Nürnberger Reichswald oft Beschwerden von Spaziergängern und Biergartenbesuchern, die von balzenden Auerhähnen belästigt wurden!


Bestimmungsübungen an Vögeln und Säugern

Last modified: 20.11.02