Weißstorch - Ciconia ciconia

Ciconia cicona

Weißstorch

[ Aves , Ciconiiformes , Ciconiidae ]

aus: Naumann


Merkmale

Weiß, Schwungfedern schwarz. Schnabel und Beine (Ständer) lang und rot. Spannhäute zwischen den Wurzeln der drei Vorderzehen verhindern das Einsinken im Schlamm. Stehend ca. 80 cm hoch, Flügelspannweite bis zu 2 m.

Verbreitung

Östlich der Elbe, Polen, Südwest- und Südosteuropa, Spanien, Portugal, Türkei, Palästina bis ägypten. Einstmals in weiten Teilen Mitteleuropas, hier jedoch in den intensiv bewirtschafteten Gebieten selten geworden. Brutvorkommen in der Schweiz sind beispielsweise erloschen.

Biotop

Kulturfolger, benötigt jedoch ausgedehnte, extensiv bewirtschaftete Feuchtgebiete oder offenes, trockenes Gelände, wie z.B. weiträumige Hutewälder. Bestandesrettende und ûstärkende Maßnahmen: Aufkauf von Schutzgebieten. Aufzuchtstationen für geschwächte Störche. In Südeuropa und Nordafrika auch in Trockengebieten.

Nahrung

Weißstorch

Große Insekten, z.B. Heuschrecken, ferner kleine Wirbeltiere, z.B. Frösche, Molche, Eidechsen, Schlangen, Mäuse, die beim Einherschreiten mit den langen Watbeinen aufgeschreckt und mit dem langen Schnabel schnell ergriffen werden. Gelegentlich auch Fische, Junghasen und Jungvögel.

Brut

Weißstorch

Ursprünglicher Baumbrüter, der auf breiten Kronen der Kiefer oder der Steineiche Nester aus Reisig baut. Nimmt ersatzweise auch Nestunterlagen auf Dächern und Schornsteinen an. Alte Horste sind bis zu 2 m hoch. Beherbergen nicht selten Untermieter, wie z.B. Sperlinge oder Bachstelzen. Die Eltern und die Jungvögel begrüßen sich mit Schnabelklappern.

Brutzeit: Anfang April bis Anfang August. Gelege: 2-7 Eier, meist 3-4 Eier. Brutdauer: 32-33 Tage. Nestlingszeit: ca. 2 Monate (zur Aufzucht werden etwa 4 kg Nahrung je Tag benötigt).

Winter

Ciconia ciconia cicona - Weißstorch

Zugvogel, Schmalfrontzieher, die im August gemeinsam mit ihren Eltern nach Süden bis nach Afrika ziehen. Zwei Zugstraßen. West- und Oststörche. Die Grenzlinie verläuft von Holland übers Rheinland und mitten durch Bayern. Die westlich dieser Linie geborenen Störche ziehen über Spanien, Portugal und die Straße von Gibraltar. Die Oststörche fliegen über den Bosporus, die Türkei, Palästina und ägypten. Rückkehr im April: Die Männchen kommen 8-14 Tage vor den Weibchen in den Brutgebieten an und besetzen die Nester. Die Tiere sind ausgesprochen ortstreu, ein und dasselbe Nest kann über viele Jahre genutzt werden.

Flug

Segelflieger, der oft im Schwarm gemeinsam mit verschiedenen Greifvögeln, z.B. Geiern, die thermischen Aufwinde nutzt (als Thermitkflieger meidet er das Überfliegen großer Wasserflächen, wo er keine Aufwinde nutzen kann). Er umfliegt sozusagen das Mittelmeer. Hals und Beine im Flug lang gestreckt.

Bedeutung

Der Weißstorch ist bei uns stark in Abnahme begriffen. Von 1934 bis 1991 hat die Anzahl der Brutpaare stetig von 30.000 auf 3.000 abgenommen. Vogel des Jahres 1994



Bestimmungsübungen an Vögeln und Säugern

Last modified: 31.05.03